赫爾穆特·迪特爾 Helmut Dietl
Helmut Dietl (* 22. Juni 1944 in Bad Wiessee; ? 30. M?rz 2015 in München) war ein deutscher Film- und Fernsehregisseur sowie Drehbuchautor. Leben Helmut Dietl wuchs in München, nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter (? 1976) und immer wieder mit seinen beiden Gro?müttern, auf. Sein Gro?vater v?terlicherseits war der ?sterreichische Schauspieler und Regisseur Fritz Greiner. Dessen Ehefrau trat regelm??ig in Filmen als Statistin auf und verschaffte ihrem siebenj?hrigen Enkel Helmut eine erste Rolle im Film. Sein Vater, zu dem er nach eigenem Bekunden keine gute Beziehung hatte, ist ca. 1970 an Speiser?hren- und Magenkrebs gestorben. Nach dem Abitur am Realgymnasium in Schwabing studierte Dietl Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universit?t München, ohne allerdings einen Abschluss zu machen. Danach wurde er Aufnahmeleiter beim Fernsehen und sp?ter Regieassistent an den Münchner Kammerspielen. Dietl debütierte 1974 im TV-Vorabendprogramm des Bayerischen Rundfunks mit den Münchner Geschichten, die Beobachtungen der Münchner Gesellschaft zum Gegenstand haben, ein Thema, das ihn lebenslang begleiten sollte. Der finale Durchbruch kam allerdings mit der TV-Serie Der ganz normale Wahnsinn, die 1979 als Der Durchdreher als abendfüllender Film in die Kinos kam und mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Nach einem Intermezzo in Los Angeles (1979–1983) kehrte er nach Deutschland zurück und begann für die ARD die zehnteilige Vorabendserie Monaco Franze – Der ewige Stenz zu drehen, die ab 1983 ausgestrahlt wurde. Danach drehte er für den Westdeutschen Rundfunk den TV-Sechsteiler Kir Royal, der 1986 im Programm der ARD gezeigt wurde. Dietl galt sp?testens seit diesen Serien als einer der bekanntesten Fernsehregisseure im deutschen Sprachraum. Er schrieb mehrere Drehbücher mit Patrick Süskind für Fernseh- und Filmprojekte; die beiden galten als enge Freunde. Neben Fernsehserien und Filmen drehte er auch einige Werbespots (u. a. für die ARD-Fernsehlotterie und für Haribo). Der erste Kinofilm des als Perfektionist geltenden Dietl war 1992 Schtonk! mit Uwe Ochsenknecht, G?tz George und Christiane H?rbiger in den Hauptrollen. Die Persiflage über die Ver?ffentlichung der gef?lschten Hitler-Tagebücher in der Hamburger Illustrierten Stern im Jahr 1983 wurde für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert und gewann den Deutschen Filmpreis in den Kategorien Film und Regie. Diesen Erfolg zu wiederholen, gelang Dietl mit Rossini – oder die m?rderische Frage, wer mit wem schlief (1997), eine nach eigenem Bekunden ?Melodram?die“ über das Münchener Filmgesch?ft. 1999 kam sein Film Late Show in die deutschen Kinos, der sich mit der Medienbranche besch?ftigt und fast 900.000 Zuschauer fand, allerdings bei der Filmkritik auf eher wenig Begeisterung stie?. Ende 1995 startete Dietl seine Zusammenarbeit mit dem Privatfernsehen. Mit Sat.1 schloss er einen Fünfjahresvertrag, in dessen Rahmen er als Autor, Regisseur und Executive Producer t?tig wurde. Daneben sollte er junge Talente entdecken und f?rdern. 2001 produzierte er zusammen mit Gerhard Hegele den Fernsehfilm Wambo, der das Leben des ermordeten Schauspielers Walter Sedlmayr zum Gegenstand hat und es fiktiv nacherz?hlt. 2003 geh?rte Helmut Dietl zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. 2005 drehte er die Filmkom?die Vom Suchen und Finden der Liebe, die die Orpheussage adaptiert. Der Film wurde allerdings von der Kritik nur m??ig angenommen, als pr?tenti?s beurteilt und war auch kommerziell kein Erfolg. Ab M?rz 2011 drehte Dietl den Film Zettl. Die politische Satire ist eine Fortsetzung seiner Fernsehserie Kir Royal und basiert auf einem von ihm mit Benjamin von Stuckrad-Barre verfassten Drehbuch. Die Geschichte handelt vom Aufstieg des Chauffeurs Zettl (Michael ?Bully“ Herbig) zum Chefredakteur eines Online-Magazins in Berlin. Der Film kostete 10 Millionen Euro und kam am 2. Februar 2012 in die Kinos. Trotz hochkar?tiger Besetzung wurde er von der Kritik nahezu einhellig verrissen und vom Publikum weitestgehend ignoriert. Nach eigenen Angaben hat Dietl diese schroffe Ablehnung sehr gekr?nkt. Dietl war viermal verheiratet. Zun?chst schloss er die Ehe mit der Journalistin Karin Wichmann, dann wurde er der Ehemann der ?sterreichischen Schauspielerin Barbara Valentin. Nach einer weiteren Ehe mit der Franz?sin Denise Cheyresy war er von 1990 bis 1999 mit der Schauspielerin Veronica Ferres liiert, die auch in mehreren seiner Filme mitspielte. Seine letzte Ehe schloss er 2002 mit der früheren n-tv-Moderatorin, Regisseurin und Filmproduzentin Tamara Duve, Tochter des Politikers Freimut Duve. Mit ihr und der im Juli 2003 geborenen gemeinsamen Tochter Serafina Marie Dietl lebte er in und um München. Daneben hat er noch zwei ?ltere Kinder; den Sohn David Dietl (* 1979, aus einer Verbindung mit Marianne Dennler, der Sekret?rin und Vertrauten von Bernd Eichinger), der wie sein Vater Regisseur geworden ist, und seine ?ltere Tochter Sharon Dietl (* 1969; gemeinsames Kind von ihm und Karin Dietl-Wichmann), die auch in der Medienbranche t?tig ist und manchmal am Set des Vaters war. Im November 2013 gab Dietl in einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit bekannt, dass er bereits im Jahr 2007 einen Schlaganfall erlitten habe. Au?erdem sei er Anfang Oktober 2013 an Lungenkrebs erkrankt, wobei die Heilungschancen bei h?chstens zehn Prozent l?gen. ?Wenn man bedenkt, wie viel ich geraucht habe, dann ist es geradezu ein Wunder, dass es so lange gut gegangen ist,“ sagte Dietl. Er fügte hinzu, dass er 2007 mit dem Rauchen aufgeh?rt habe. Im Jahr vor seinem Schlaganfall soll er bis zu 120 Zigaretten t?glich geraucht haben. Weitere Interviews zu seiner Erkrankung wollte er nicht geben. Am 30. M?rz 2015 starb Helmut Dietl in München an seinem Krebsleiden. Er wurde auf dem Bogenhausener Friedhof beigesetzt. Stephan Lebert schrieb: ?Er hat viele wunderbare Schauspieler entdeckt und gro? gemacht wie Helmut Fischer oder Franz Xaver Kroetz, auch seine ehemalige Lebensgef?hrtin Veronica Ferres w?re ohne ihn nie das geworden, was sie ist.“ Denkmal Nach Helmut Dietls Tod entstanden Pl?ne, ihm ein Denkmal neben der Statue des Monaco Franze an der Münchner Freiheit zu errichten. Anfang November 2019 stimmte der Kulturausschuss des Münchner Stadtrats den Denkmalpl?nen zu und beauftragte den Künstler Nikolai Tregor, der auch die Monaco-Franze-Statue modellierte, mit der Ausführung einer Statue bis Frühjahr 2020. Die Statue wurde am 9. November 2020 an einem Interimsstandort auf Privatgrund vor einem Hotel an der Leopoldstra?e aufgestellt, da die Stadtverwaltung München die Aufstellung am ursprünglich geplanten Ort auf ?ffentlichem Grund neben der Skulptur des Schauspielers Helmut Fischer alias Monaco Franze verhindert hat.
